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Korea im Schönheitswahn – das gilt in Asien als attraktiv

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In jeder Kultur gibt es bestimmte Merkmale, die als besonders attraktiv gelten. Gerade in Korea wird der Schönheit eine übergeordnete Rolle zugesprochen. Neben spitzen Kinns und großen Augen gibt es viele weitere Ideale, denen nachgeeifert wird. Die Beauty-Maßnahmen gehen dabei von Schminke bis hin zu operativen Eingriffen – die teilweise von den Eltern als Geschenk zum Schulabschluss spendiert werden. In diesem Beitrag erfahren Sie, auf welche Schönheitstrends Koreaner Wert legen und wie diese sich von der westlichen Welt unterscheiden.

Große Augen wie aus dem Comic

Es ist kein Zufall, dass Charaktere aus Mangas und Animes mit übergroßen Augenpartien gezeichnet werden – denn viele Asiaten beneiden die groß wirkenden Augen der westlichen Bevölkerung. Ein Grund, warum die Augen von Europäern größer erscheinen, als die koreanischen Mandelaugen, rührt von der Beschaffenheit der Augenlider. So wurden die Augen aus evolutionstechnischer Sicht aufgrund der dicken, oberen Augenlider besser vor Kälte geschützt. Die Augen lassen sich nicht ganz öffnen und wirken kleiner, was allerdings nicht auf die Sehkraft oder das Blickfeld Einfluss hat – ein häufiger Mythos, der in der westlichen Welt verbreitet ist.

Neben den Mandelaugen besitzen die meisten Asiaten zudem flachere Gesichtszüge mit einer niedrigen Nasenwurzel. Aufgrund der multikulturellen Zusammenkünfte hat sich die Evolution weitgehend so verändert, dass etwa ein Zehntel der Koreaner bereits mit einer Doppelfalte geboren werden. Ein Großteil der koreanischen Bevölkerung lässt sich diese allerdings operativ herstellen – mit der sogenannten „Double Eyelid Surgery“. Diese gehört neben der Straffung der Augenlider zu einem häufigen Eingriff, um eine größere, lebendigere Augenpartie zu erreichen.

Helle Porzellanhaut

Ein weiteres Merkmal, dass in Korea zum Schönheitsideal gehört ist weiße Haut wie Porzellan – daher wird in einigen Haut- und Pflegecremes sogar Bleichmittel eingemischt. Während in der westlichen Welt sich viele Frauen am Strand bräunen oder das Solarium aufsuchen, vermeiden koreanische Frauen die Sonne. Ein geschichtlicher Erklärungsansatz für diesen Trend ist es, dass nur das arme Bauernvolk der Sonne ausgesetzt war. Helle Haut wird daher mit Reichtum und dem Königsgeschlecht in Verbindung gebracht.

Spitze Nase und spitzes Kinn

Zudem gilt es als schön, über ein V-förmiges Kinn, eine spitze Nase und schmale Lippen zu verfügen. Viele Koreaner greifen entweder auf Contouring zurück oder legen sich unters Messer, um das Kinn abzuschleifen und die Nase spitzer zulaufen zu lassen, um somit die rundlichen Formen aus dem Gesicht zu verbannen.

Des Weiteren gilt es, dass man versucht, so groß wie möglich zu wirken. Während die Körpergröße auch im Westen zu einem typischen Schönheitsideal gehört, greifen viele Koreaner vermehrt auf Hilfsmittel zurück. Die Damen helfen mit hohen Highheels nach, während die Herren der Schöpfung sich zentimeterhohe Schaumstoffeinlagen zu Nutze machen, um einige Zentimeter Körperhöhe rauszuholen. Die Einlagen sind dabei für den Betrachter nicht erkenntlich und ermöglichen es, sich größer zu schummeln. Der Trend geht teilweise sogar soweit, dass sich einige Menschen die Beine brechen und die Knochen etwas auseinander ziehen lassen – eine äußerst schmerzhafte Methode, um dem Schönheitsideal zu entsprechen.

Skurriler Trend: Augenringe sind in

Mit Makeup die Augenringe kaschieren? Das kommt für viele koreanische Frauen nicht in Frage. Denn ein skurriler Beauty-Trend sind geschwollene Augenlider. Es wird sogar mit dunklem Lidschatten bewusst dem „Hangover“-Look nachgeholfen. Auch die „Loveband-Surgery“ wird genutzt, um das Augenlid künstlich aufzupolstern. Durch einen kleinen Schnitt am Lid schwillt dieses an und wirkt dadurch größer – was wiederrum mit dem „große-Augen“-Phänomen in Verbindung steht.

Auch bei der Bekleidung und den Haaren gibt es einige Unterschiede zwischen dem Westen und Südkorea. Während in Europa viele Frauen Ausschnitt zeigen, gilt das in Südkorea eher als Tabu. Der Fokus wird hier mit kurzen Röcken meist auf die Beine gelegt. Gleiches gilt für Männer, die ihre obersten Hemdknöpfe geschlossen halten. Zudem ist pastellfarbenes Haar äußerst angesagt in Korea. Die dunkleren Haare benötigen meist einiges mehr an Farbe, um diese auch behalten zu können. Für einzelne Strähnen wird gerne Haarkreide eingesetzt.

Schönheitskulturwahn

In keinem Land weltweit sind die Zahlen von kosmetischen Eingriffen so hoch wie in Korea. Ganz nach der Aussage: Dummheit sei entschuldbar, Hässlichkeit heutzutage nicht mehr. Aufgrund von aggressiver Werbung und einer Überschwemmung der Bevölkerung mit Schönheitspotenzialen haben Koreaner eine andere Sichtweise zu Schönheit und kosmetischen Eingriffen. Man sehe sich nur das Viertel Gangnam in Seoul mit seinen über 500 Schönheitskliniken an – hier erfährt man in Hochglanzbroschüren über Problemzonen, die man selbst vorher gar nicht kannte.

Dabei befindet sich die Schönheitschirurgie-Industrie nahezu in einem Teufelskreis. Aufgrund der ständig wachsenden Konkurrenz werden die Eingriffe immer günstiger. Teils kosten sie nur die Hälfte wie in anderen Ländern, was zudem viele Beauty-Touristen anlockt. Die Maßnahmen werden somit immer erschwinglicher und gesellschaftlich akzeptierter. Hinzu kommen die vielen Schönheitswettbewerbe und das K-Pop-Phänomen, deren Teilnehmer und Mitglieder nahezu wie Zwillingsschwestern oder -brüder aussehen.

In Korea wird der Schönheit eine bedeutendere Rolle zugeschrieben als in der restlichen Welt. Koreanische Politiker sind bemüht, dieser Entwicklung entgegenzutreten. Sie fürchten, dass durch das Einheitsbild die individuelle Schönheit der Menschen verloren gehen könnte. Doch selbst nach Skandalwellen über K-Pop-Stars, die sich vermutlich Schönheits-OPs unterzogen haben, blieb der Schönheitswandel in Korea bisher weiterhin auf Kurs.

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